In Westösterreich ist bereits Ende August der erste Schnee gefallen. Autobesitzer müssen sich also langsam Gedanken über die geeigneten Winterreifen für ihren fahrbaren Untersatz machen. Heuer werden in Österreich rund vier Millionen neue Winterreifen über den Ladentisch rollen. Rund eine Million Autobesitzer stehen also vor einer Entscheidung, die ihr sicheres Vorwärtskommen bei Regen und Schnee beeinflussen kann. Einen wichtigen Anhaltspunkt für die Kaufentscheidung liefern seit bereits 44 Jahren die unabhängigen und umfassenden Reifentests des ÖAMTC und seiner Partnerclubs. Für den heurigen Winterreifentest wurden 14 Modelle der Größe 175/65 R14 T und 16 Pneus der Größe 195/65 R15 T auf Herz und Nieren geprüft. "Testkategorien waren das Fahrverhalten bei Trockenheit, Nässe, auf Schnee und Eis. Außerdem wurden der tatsächliche Kraftstoffverbrauch und der beim Fahren erzeugte Geräuschpegel gemessen. Ganz wichtig für das komplette Bild eines Reifenmodells ist aber auch die Bewertung des Reifenverschleißes", erklärt ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel.
Insgesamt konnten neun der 30 getesteten Reifen das Urteil "sehr empfehlenswert" erreichen. 18 weitere schnitten mit "empfehlenswert" ab. "Demgegenüber stehen nur zwei Modelle, die 'bedingt empfehlenswert' sind. Lediglich ein Reifen musste mit 'nicht empfehlenswert' beurteilt werden", zieht der ÖAMTC-Experte eine durchaus positive Bilanz.
Neue Testmethode für 16 Zoll Winter-Breitreifen
Wer bei winterlichen Fahrverhältnissen auf einer kurvenreichen
Bergstraße unterwegs ist, hat es vielleicht schon erlebt: In einer
steiler werdenden Kehre muss Gas weggenommen werden, der Kurvenausgang
ist besonders glatt und schon bleibt man hängen. "Für solche
Missgeschicke ist meist nicht nur die Traktion, sondern die
Seitenführung des Reifens verantwortlich. Wenn der Reifen zu stark nach
außen schiebt, kann es sogar nötig sein, innerhalb der Kurve zu bremsen,
um nicht in den Gegenverkehr zu rutschen. Auch in einer solchen
Situation kann man hängen bleiben, weil der Schwung verloren geht", weiß
ÖAMTC-Experte Willy Matzke.
Der ÖAMTC testete deshalb zusätzlich zu den Standardgrößen als einziger europäischer Club sechs Breit-Winterreifen der Dimension 205/55 R 16 H in einer speziellen Bergprüfung.
"Die sportlichen Pneus wurden nach den Standardprüfungen wie Nass,
Trocken, Eis, Verbrauch und Schnelllauf praxisnah auf einer mehreren
Kilometer langen Bergstrecke getestet", erklärt ÖAMTC-Reifenexperte
Willy Matzke. Da die breiten Pneus auch ein entsprechend sportliches
Fahrzeug verlangen, wurden erstmals bei einem Winterreifentest auch
Autos mit Turbolader eingesetzt. "Besonders ausgewogen präsentierte sich
im ÖAMTC-Test der Semperit Speed Grip 2, der den Konkurrenzprodukten
vor allem beim Bremsvorgang auf nasser Fahrbahn überlegen war. Auf den
Plätzen zwei und drei dieser Sonderprüfung folgten der Pirelli
Snowcontrol 3 und der Dunlop Winter Sport 4D", fasst Matzke die
Ergebnisse zusammen. Der neue Goodyear UG 8 und der Michelin Alpin 4
schwächelten in der Seitenführung.
Quelle: ÖAMTC
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