14.02.2007

Alkohol-Selbsttestgeräte lt. ÖAMTC nur ein Partygag

Abweichungen vom tatsächlichen Promillewert sind enorm

Alkohol-Selbsttestgeräte sind klein, handlich und passen in jede Handtasche. Ihr Preis liegt zwischen zwei und 50 Euro, erhältlich sind sie via Internet. Mit der Hilfe von zwei weiblichen und zwei männlichen Probanden ließ der ÖAMTC sechs Alkohol-Selbsttestgeräte gegen ein Vortestgerät und einen geeichten Alkomaten der Wiener Verkehrspolizei antreten. "Das Ergebnis ist im wahrsten Sinne des Wortes ernüchternd. Die Promillewerte weichen teilweise enorm vom tatsächlichen mit dem Alkomaten gemessen Wert ab", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. Übereinstimmungen sind mehr oder weniger Zufallstreffer.

Bis auf wenige Ausnahmen liefern die Selbsttester relativ rasch und unkompliziert die Werte. "Gewaltige Abweichungen zeigt aber die exakte Auswertung der Promillehöhe", sagt Donosa. Bei einer Testkandidatin (31 Jahre, 1,70m, 57 kg) lag die Abweichung zwischen Selbsttestgerät (0,5 Promille) und dem polizeilichen Alkomaten (1,28 Promille)
sogar bei 0,78 Promille.

Die Hersteller dieser Geräte halten sich aber schadlos und stellen in ihren Bedienungsanleitungen klar: "Der Alkoholtester kann nicht verbindlich dazu herangezogen werden, um festzustellen, ob eine Person nach dem Genuss von Alkohol dazu in der Lage ist, ein Fahrzeug zu lenken oder eine Maschine zu bedienen. Er kann lediglich Hinweise für eine verantwortungsvolle Verhaltensweise geben."

Bildquelle: zurich-connect.at

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Beachtliche Unterschiede zeigen sich beim Alkotest zwischen den Geschlechtern. Während beide männlichen Testpersonen nach dem Alkohol-Konsum noch unter der gesetzlichen 0,5-Promille-Grenze liegen, wäre bei den weiblichen Probandinnen der Schein nach der gleichen Menge Alkohol schon weg. "Die Testerinnen hatten beide bereits einen Wert von über 1,1 Promille", sagt die ÖAMTC-Expertin.

Auch Oberst Karl Wammerl, Abteilungsleiter der Landesverkehrsabteilung Wien, der die Messung mit Vortestgeräten und Alkomaten beaufsichtigte, appelliert an Autofahrer, sich keinesfalls auf Selbsttestgeräte zu verlassen: "Alkohol und Autofahren verträgt sich nicht. Selbsttester zeigen nur einen Wert, der nichts über das eigentliche Fahrkönnen aussagt."

ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa resümiert: "Die verwendeten Geräte sind nicht mehr als ein Partygag. Sie geben lediglich darüber Auskunft, dass Alkohol getrunken wurde, über den tatsächlichen Promillewert lassen sich keine verlässlichen Aussagen treffen." Ein Herantrinken an Promillegrenzen ist generell unmöglich.

Quelle: ÖAMTC

Bildquelle: Hotel AVIVA

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