Neu: BP Ultimate , Shell V-Power und OMV Super 100

Neue Spritsorten sorgen für Verwirrung an der Zapfsäule

Kaum eine Woche vergeht, in der die Spritpreise nicht weiter nach oben klettern. Neben dem herkömmlichen Sprit gibt es an den heimischen Tankstellen seit kurzem einige neue Diesel- und Benzinsorten , die deutlich teurer sind, aber - so versprechen zumindest die Tankstellenketten - mehr leisten sollen. "Viele Konsumenten sind verwirrt. Wir haben etliche Anfragen betreffend Verträglichkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis des neuen Sprits ", berichtet ÖAMTC-Techniker Franz Peleska. Der ÖAMTC hat daher die Auswahl an den Zapfsäulen genauer unter die Lupe genommen.

Diesel ist nicht gleich Diesel. Seit kurzem haben Autolenker die Wahl zwischen normalem Diesel, BP Ultimate und Shell V-Power , wobei der neue Shell-Sprit derzeit nur an einigen wenigen Tankstellen erhältlich ist. Die Vorteile der neuen Kraftstoffsorten - mehr Leistung, weniger Schadstoffe, geringerer Verbrauch - klingen für den Kunden am Zapfhahn attraktiv. Das sollen jedenfalls die höhere Cetanzahl und der höhere Energieinhalt des Diesels bewirken, die sich auf die Zündwilligkeit des Kraftstoffs auswirken. "Für die Zukunft liegt in verbesserter Dieselqualität sicher ein Vorteil für neue Motorensysteme und -konzepte, wenn dann bereits ein Versorgungsnetz gegeben ist", meint Peleska. Der ÖAMTC hat in ersten Untersuchungen festgestellt, dass die neuen Dieselsorten die Leistung leicht erhöhen und den Verbrauch gleichzeitig geringfügig senken. Ein Dauertest des Clubs über einige tausend gefahrene Kilometer wird im Herbst Details zu Schadstoffausstoß, Verbrauch und Leistung bringen. "Prinzipiell kann jedes Dieselauto die neuen Dieselsorten tanken. Es gibt keine Bedenken bezüglich Verträglichkeit", sagt Peleska.

"Der Sprit muss es einem halt wert sein", fügt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau hinzu. An den Tankstellen gibt es zwischen herkömmlichem Diesel und neuen Dieselsorten Preisdifferenzen von bis zu 8 Cent. "Umgerechnet auf eine durchschnittliche Tankfüllung sind rund 5 Euro mehr fällig", rechnet die ÖAMTC-Expertin vor.

Auf dem Benzin sektor ersetzt das an einigen wenigen Shell-Tankstellen angebotene Shell V-Power 100 nun die bisherige Haus-Marke Optimax. Die OMV bietet als neues Produkt OMV Super 100 an. Beide Otto-Kraftstoffsorten haben 100 Oktan und sollen laut Tankstellenketten ebenfalls bei gleichzeitiger Verbrauchseinsparung eine optimale Leistungsentfaltung des Motors bringen. Wer sich die Qualitätsverbesserung leisten will, kann bedenkenlos Sprit mit 100 Oktan in den Tank füllen. Von technischer Seite spricht wiederum nichts dagegen. "Aber auch bei den Benzinsorten gibt es erhebliche Preisunterschiede ", so Brugger-Brandau. An den Shell-Tankstellen kostet V-Power Benzin derzeit bis zu 1,169 Euro, der Höchstpreis für OMV Super 100 beträgt 1,127 Euro. Super Plus (98 Oktan) ist sowohl bei OMV als auch bei BP aus der Angebotspalette gefallen, was den direkten Vergleich schwer macht. Bei Stationen anderer Anbieter, die noch Super plus im Programm haben, beträgt der Preis für einen Liter Super plus (mit 98 Oktan) maximal 1,006 Euro, bei Billiganbietern ist ein Liter sogar noch zu einem Preis von unter einem Euro erhältlich.

"Wer nicht genau hinsieht, greift unabsichtlich oder unwissentlich zur teureren Spritsorte", kritisiert Brugger-Brandau. Die Tankstellenketten werden außerdem bestrebt sein, ihre neuen Produkte bestmöglich an den Kunden zu bekommen. Der ÖAMTC fordert daher von den Tankstellenketten mehr Transparenz. "Die Kunden sollen bei der vergrößerten Produktpalette wissen, was sie tanken", so die ÖAMTC-Expertin.

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