Der Zeitpunkt für einen Prämien-Vergleich ist also günstig: "Konsument" hat daher erstmals 22 Assekuranzen in einem umfangreichen Test auf den Zahn gefühlt: Prämienhöhe, Leistungsumfang, Vetragsbedingungen und Informationsqualität waren für die Bewertung ausschlaggebend. Um fair zu vergleichen, wurden mehrere Angebote für zwei in Österreich beliebte Autotypen eingeholt.
Bilanz des Kfz-Haftpflicht-Checks: Der Preisunterschied zwischen niedrigster und höchster Prämie beträgt bis zu 50 Prozent. Die Bandbreite bei den Assekuranzen ist groß. Aber: "Einige der günstigsten Versicherer für 00-Bonusfahrer cashen in der 09er Stufe ordentlich ab. Es kommt also auf die individuelle Ausgangssituation an", warnt Franz Floss, Bereichsleiter für Untersuchungen beim Verein für Konsumenteninformation (VKI). Wer attraktive Zusatzleistungen will, muss mitunter tief in die Tasche greifen.
Im Gesamturteil erreicht keiner der untersuchten Anbieter ein "sehr gut", nur sechs sind "gut". Zwölf Versicherer schneiden "durchschnittlich" ab, vier "weniger zufriedenstellend". Keine einzige Versicherung bietet sowohl eine günstige Prämie als auch ein breites Leistungsspektrum. "Da aber jede ihren Zweck – nämlich die Schadenersatzforderungen Dritter abzudecken – erfüllt, haben alle mehr oder weniger bestanden", fasst Floss die Testergebnisse zusammen.
Vier Fallbeispiele
Im Wettrennen um die beste Kfz-Prämie nahmen alle heimischen Anbieter – darunter zwei Online-Vertriebe – teil. Nicht dabei: Kfz-Haftpflichtversicherungen, die über Autohändler und Autofahrer-Clubs vertrieben werden. Die Tester haben sowohl in offziellen als auch in anonymen Anfragen Prämienangebote für vier verschiedene Fallbeispiele eingeholt:
Zentrales Beurteilungskriterium war die Prämienhöhe, aber auch Leistungs- und Tarifbesonderheiten wie etwa Versicherungssumme oder Freischadenbonus sowie die Informationsqualität der Anbieter wurden im Testurteil berücksichtigt.
Viel Sparpotential
Wer schon länger einen Wechsel der Kfz-Versicherung überlegt, für den ist der Zeitpunkt günstig. Denn: Die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sind gravierend – je nach Einstufung zahlen Autofahrer bei manchen Assekuranzen knapp die Hälfte weniger als bei anderen Versicherern (Alle Angaben beziehen sich auf die Jahresprämie ohne motorbezogene Versicherungssteuer).
Die größte Differenz haben die "Konsument"-Tester für das Fallbeispiel der VW-Golf-Fahrerin in Stufe 00 festgestellt: Am günstigsten ist die Versicherungsnehmerin mit dem Online-Anbieter "Züritel" (222,75 Euro) unterwegs, fast doppelt so teuer kommt für sie hingegen die "Allianz" (422,36 Euro). Deutliches Sparpotential gibts auch für den Fahrer des Renault Espace in Stufe 00 – mit 319,62 Euro ist das Angebot von "Züritel" um ein Drittel günstiger als das der "Allianz" (514,49 Euro).Aber nicht nur für langjährige Autofahrer lohnt sich ein Prämien-Vergleich, auch Führerschein-Neulinge (Stufe 09) können dadurch kräftig sparen. Die VW-Golf-Fahrerin zahlt bei der "VAV" mit 612 Euro ein Drittel weniger als bei der "Allianz" (938,62 Euro). Mit 855 Euro ist das Angebot der "VAV" für den Fahrer des Renault Espace um ein Viertel günstiger als bei der HDI Hannover (1146,61 Euro).
Auch wenn sich die im Test erhobenen Prämien nur auf die konkreten Fälle beziehen und nicht 1:1 auf andere Autotypen und Versicherte übertragen werden können, rät VKI-Versicherungsexpertin Gabi Riener allen Autofahrern: "Ein Vergleich lohnt sich gerade jetzt, und sei es auch nur, um sicherzugehen, dass man mit der eigenen Prämie am kostengünstigsten unterwegs ist!"
Ausgangssituation beachten
Wer vergleicht, muss von den eigenen individuellen Voraussetzungen ausgehen – eine supergünstige Versicherung des Schwagers bedeutet nicht automatisch eine ebenso niedrige Prämie für Führerschein-Neulinge. "Basler", "HDI Hannover" und "Züritel", die im Test in Stufe 00 sehr günstig sind, kassieren in Stufe 09 deutlich mehr als andere Versicherer.
Riener warnt jedoch davor, bei der Wahl ausschließlich die Prämienhöhe heranzuziehen: "Tarifbesonderheiten wie Freischadenbonus oder Zusatzleistungen machen auch auf den ersten Blick teurere Anbieter durchaus interessant". Allerdings gilt es hier zu beachten: Viele Extras – etwa Notfallservice oder Pannenschutz – sind möglicherweise bereits durch die Mitgliedschaft im Autofahrerclub abgedeckt.
Mit attraktiven Tarifbesonderheiten punkten "Allianz", "KLV", "Salzburger", "Uniqa" und "Victoria Volksbanken". Aufgrund ihrer Prämienhöhe erreichen diese Assekuranzen im Gesamturteil jedoch nur "durchschnittliche" bzw. "weniger zufriedenstellende" Bewertungen.
Wer sich vor Vertragsabschluss ausführlich informiert, erspart sich im Schadensfall möglicherweise viel Ärger. Umfassende und informationsreiche Angebotsunterlagen und Homepages offerieren aber nur drei Assekuranzen: Die beiden Online-Anbieter "Wiener Städtische24" und "Züritel" sowie die "Allianz".
"Konsument" rät Versicherungsnehmern:
Beim Wechsel:
Bei der Prämie:
VKI-Service: Ermittlung der günstigsten Angebote
Wer sich nicht selbst durch den Tarif-Dschungel der Versicherer schlagen möchte, für den bietet der VKI ein besonderes Service: Einen Prämienvergleich, der auf die individuelle Situation der Autofahrer zugeschnitten ist und die günstigsten Angebote für Haftpflicht und Kasko liefert.
Die entsprechenden Unterlagen sind unter der Telefonnummer 01/588 774 oder
per E-Mail
anzufordern und stehen auch als Download auf der VKI Webseite zur Verfügung. Der
Kostenbeitrag für den Versicherungs-Check beträgt 15 Euro plus Versandspesen.

