08.09.2010

Audi A7 Sportback - Fahrbericht

Kann der fast fünf Meter lange Fünftürer elegant sein wie ein Coupé, komfortabel wie eine Limousine und praktisch wie ein Kombi?

Beim neuen Audi A7 Sportback ist die Schönheit Selbstzweck. Eines muss er aber jedenfalls auch noch sein, und zwar überzeugend. Denn unter 59.920 Euro ist der jüngste Audi-Spross nicht zu haben. Und nüchtern betrachtet bietet der A7 Sportback nichts, was es nicht schon gibt - Viertürer mit coupéhafter Dachlinie kennen wir ebenso wie Komfortlimousinen, die bis oben mit Assistenz- und Sicherheitssystemen, Online-Anbindung und Konzertsaal-Entertainment bis hin zum selbstständigen Einparken angefüllt sind.

Für den Anfang gibt aus ausschließlich Sechszylinder-Triebwerke, als Diesel und Benziner. Für den Einstiegspreis ist ein 2,8-Liter-Benziner zu haben, der dann 150 kW / 204 PS leistet. Die Kraftübertragung besorgt das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe namens S-Tronic. Zwar sind dem A7 verschiedene Schlankheitskuren zuteil geworden, was das Gewicht des 4,97 Meter langen Wagens auf schlanke 1.700 Kilogramm begrenzt, aber schon die ersten Testkilometer zeigen, dass bei der Motorleistung keinesfalls gespart werden sollte. Wenn bei dem Einsteigsmodell in Serpentinenkurven oder beim Abbiegen die Drehzahl unter 2.000 fällt, tut das Fahrzeug sich schwer, wieder Schwung aufzunehmen. Das ist kein Wunder, denn das maximale Drehmoment wird erst bei 3.000 Touren frei gesetzt. Deutlich souveräner tritt der 180 kW / 245 PS starke Top-Diesel auf, der seine Kraft aus drei Litern Hubraum schöpft. Bärenstarke 500 Nm Drehmoment liegen knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl, so dass bei Bedarf auf der Geraden wie am Gummiband beschleunigt wird.

Wer da hinterm Volant sitzen darf, ist für jeden Cent dankbar, der zur Modernisierung des bekannten Dreiliter-Motors ausgegeben wurden. Nicht nur, dass am Aggregat 25 Kilogramm Gewicht eingespart werden konnten, auch der Kraftstoffkonsum konnte weiter gesenkt werden. Nach EU-Norm stehen im Durchschnitt glatte 6 Liter zu Buche, beim 204-PS-Bruder sollen es sogar nur 5,3 Liter je 100 Kilometer sein. Handling und Fahrkomfort geben keinen Grund zur Kritik, nur die Lenkung fühlt sich bei beiden Autos etwas weich und indirekt an, was für Fahrzeuge dieser Marke eher untypisch ist. Optional ist eine Luftfederung zu haben.Unabhängig von Tempo oder Fahrbahnuntergrund fällt der vorbildliche Geräuschkomfort auf. Weder die Arbeit des Motors noch Windgeräusche machen sich störend bemerkbar. Für sichere und ausgewogene, von den Insassen als harmonisch empfundene Fahrt sorgt auch die selektive Momentverteilung, die im Fall von auftretendem Schlupf einzelne Räder behutsam abbremsen kann.

Bildquelle: zurich-connect.at

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Im A7 nimmt Audi seinen KundInnen optional weitere Arbeit ab. Zum Beispiel mit einem Parkassistenten. Außerdem hat man sich (von der Konkurrenz aus Bayern) zu einem Head-Up-Display inspirieren lassen, das wichtige Fahrzeug- und Navigationsdaten in die Windschutzscheibe projiziert. Auch Spurhalte- und Nachtsichtassistent, Google-Earth-Kartenmaterial sowie ein bordeigenes WLAN-Netz sind an Bord - seit dem Start des A8 alles keine Überraschung mehr. Ebenso wenig überrascht es, dass den hinten Sitzenden Kompromisse abverlangt werden. Wer die Dachlinie eines Coupés schätzt, muss in Kauf nehmen, dass es im Fond um den Scheitel herum etwas eng werden kann. Die Beinfreiheit setzt auch keine neuen Maßstäbe, ist aber ordentlich bemessen. Ästhetik hat eben ihren Preis; dafür strahlt das Gesamtkunstwerk Audi A7 Sportback eine Kraft aus, nach der sich das Publikum auf der Straße umdreht. Dafür sorgen unter anderem ein (noch) breiterer und flacherer Single-Frame-Grill und bis zu 20 Zoll große Felgen. Oder eben auch das Bootsheck, das zwar gegenüber der A7-Studie ein paar Schönheits-Zehntel eingebüßt hat, aber noch immer mit einer kühnen Kante das Fahrzeug zu einem würdigen Abschluss bringt. Und das ist der Daseinszweck des Audi A7 Sportback.

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mid/hh

Bildquelle: Hotel Katschberghof

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