19.11.2009

Dachboxen im Test

Teure Produkte schneiden bei der Produktgestaltung im Schnitt etwas besser ab - an der Sicherung der Ladung hapert es aber generell.

Wenn der Kofferraum zu klein wird, sind Dachboxen als Erweiterung sehr gefragt. Benutzerfreundlichkeit, intelligentes Design und Sicherheit in allen Lagen zählen bei einer Dachbox als Kriterien.

Rechtzeitig vor Beginn der Schisaison hat der ÖAMTCDachboxen getestet - das Fazit: "Es gibt weder ein Produkt, vor dem dringend abzuraten ist, noch einen herausragenden Sieger", sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Bei der Gestaltung der Boxen zeigt sich aber, dass Qualität ihren Preis hat. Höherpreisige Produkte sind besser verarbeitet und punkten mit durchdachten Detaillösungen: "Das lässt aber nicht den Schluss zu, dass teure Produkte automatisch und unhinterfragt sehr gut sind", merkt Kerbl an. Für den Test ausgewählt wurden acht Modelle der Preisklasse 165 bis 360 Euro. Das Fassungsvermögen beträgt zwischen 300 und 520 Liter. Die Länge der ausgewählten Boxen ermöglicht den Transport von vier bis fünf Paar Schiern. Ergebnis: "Sehr gut" gab es keines, vier Boxen wurden mit der Gesamtgute "Gut" beurteilt.

Im Detail

"Alle Boxen wurden in dem Zustand getestet, in dem sie im Handel gekauft wurden. Es wurden keine ergänzenden Zubehörteile verwendet", sagt der ÖAMTC-Techniker. Getestet wurde in extremen Fahrsituationen bei voller Beladung. Außerdem wurden Dichtheit bei Regen, Verarbeitung und Handling in Einzeltests auf die Probe gestellt. Thule Pacific 600 punktet durch gute Verarbeitung und Handhabung sowie geringes Gewicht. Kamei Delphin 340 K ist in jeder Fahrsituation stabil, allerdings erfordert sie viel Schraubarbeit bei der Montage. Atera Carver II 440 ist sehr gut verarbeitet und beidseitig beladbar, sie schwächelt aber beim Halt am Dach. ATU Jetbag 450 Allround mit einem guten Ergebnis bei den Fahrdynamikprüfungen, aber aufwändiger Montage. Die Note "Befriedigend" gab es für die Neumann Whale 520, bei der die schwache Zurrgurtbefestigung hervorsticht, weiters für Thule Ranger 500 wegen fehlender Wasserdichte und Hapro Roady 450, die Schwächen bei der Handhabung zeigt. Lediglich ein "genügend" erreicht die MontBlanc Vista 380, vor allem wegen der schlechten Crashsicherheit.

Die einzelnen Anforderungen

Achillesferse Ladungssicherung

Bildquelle: zurich-connect.at

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Das Thema Ladungssicherung ist die Schwachstelle bei allen getesteten Dachboxen. Reicht es für den normalen Fahrzustand aus, so kann es bei harter Belastung wie Vollbremsungen oder Ausweichmanövern zu bösen Überraschungen kommen. Nur die Whale von Neumann fällt hier im Extremtest positiv auf, da sehr hochwertige Gurte mit Metallschloss mitgeliefert werden. Allerdings - und hier gibt es schon wieder etwas zu bemängeln - sind die Kunststoffösen der Box bei höheren Belastungen überfordert und reißen aus. Diese Schwäche zeigt sich - bis auf die Atera mit ihren vernieteten Metallösen - bei allen getesteten Modellen. Bei der Mont Blank durchtrennt die scharfe Kante der Befestigung beim Crashversuch sogar den Gurt. Die Kamei Delphin 340 K, die eigentlich ein gutes Gesamterscheinungsbild liefert, versagt im Crashtest mit ihren billig wirkenden Spanngurten und Kunststoffschlössern. Und Hapro Roady hat keine Spanngurte in der Serienausstattung - das bedeutet die rote Laterne beim Ladungsicherungstest. Der ÖAMTC-Experte warnt: "Ohne stabile Spanngurte zur Fixierung des Inhalts der Dachbox kann das Ladegut in einer kritischen Fahrsituation zur Gefahr werden." Deshalb empfiehlt es sich, die Grundausstattung einer Box eventuell durch hochwertige Gurte eines anderen Herstellers zu ergänzen.

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Bildquelle: Hotel Katschberghof

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