Autofahrer verdrängen die Tatsache gerne, aber: Unfälle passieren, und auch selbst kann man in einen Unfall verwickelt werden. Im Fall des Falles können Gurt und Kindersitz zum Lebensretter werden. " Kinder sind im Auto gänzlich auf das Verantwortungsbewusstsein der Erwachsenen angewiesen, wichtige Vorschriften zur Kindersicherung müssen deshalb unbedingt eingehalten werden", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. "Neben der ordnungsgemäßen Verwendung des richtigen Kindersitzes muss man auch dafür sorgen, dass die Kinder im Kindersitz sitzen bleiben, sich anschnallen und auch sonst keine gefährlichen Aktionen setzen. Da sind einige Erwachsene vor allem in Stresssituationen manchmal inkonsequent und nachgiebig."
Die Daten der Unfallstatistik zur Kindersicherungsquote zeigen, dass der Anteil ungesicherter Kinder im Auto im vergangenen Jahr sogar wieder gestiegen ist. Waren im Jahr 2006 9,2 Prozent der Kinder nicht gesichert, sind es 2007 18,5 Prozent gewesen - also mehr als doppelt so viele. Nach wie vor verunglücken im Straßenverkehr die meisten Kinder im Auto und nicht außerhalb. Im Jahr 2007 waren es laut Unfallstatistik 1.494 Kinder zwischen 0 und 14 Jahren. Das sind 41 Prozent aller verunglückten Kinder im Straßenverkehr. 111 davon waren nicht gesichert.
"In Vergessenheit geraten oder bei manchen vielleicht nicht bekannt ist, dass nicht nur Kleinkinder, sondern Kinder bis zum 14. Lebensjahr und einer Körpergröße von weniger als 1,50 Meter ordnungsgemäß in einem Kindersitz gesichert werden müssen. Ab einer Größe von 1,50 Meter muss ein Sicherheitsgurt angelegt werden", merkt die ÖAMTC-Expertin an. Ab einer Körpergröße von 1,35 Metern darf ausnahmsweise ein höhenverstellbarer Dreipunktgurt ohne Kindersitzpolster benützt werden, wenn sichergestellt ist, dass der Schultergurt nicht über den Hals des Kindes verläuft. Dies ist meist nur dann gewährleistet, wenn der obere Gurtanlenkpunkt und/oder der Sitz selbst höhenverstellbar sind.
Vor allem auf der Fahrt in den Urlaub kommt es immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder vollkommen ungesichert auf der Rückbank schlafen lassen und so einer großen Gefahr aussetzen. Ebenso riskant ist es, ein Kind auf dem Schoß sitzen zu haben oder ein Baby während der Fahrt im Arm zu halten. "Das Körpergewicht des Kindes steigt bei einem Zusammenstoß von etwa 50 Stundenkilometern bis auf das 20-fache an. Kein Mensch kann dieses Gewicht halten", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. "Auch wenn Kinder noch so quengeln und aus dem Sitz genommen werden wollen, heißt es konsequent bleiben oder aber einen Parkplatz ansteuern."Verstöße gegen die Kindersicherungspflicht sind ein sehr häufiges Vormerkdelikt. Wer sein Kind im Fahrzeug nicht sichert, riskiert nicht nur dessen Gesundheit, sondern auch eine Vormerkung und eine Geldstrafe von bis zu 2.180 Euro. Nach einer Vormerkung wird im Wiederholungsfall (innerhalb von zwei Jahren) eine Maßnahme angeordnet. Dafür ist ein Fahrsicherheitskurs vorgesehen, bei dem speziell auf die Gefahren schlechter Kindersicherung und richtiges Verhalten eingegangen wird. Bei einem dritten Verstoß innerhalb von zwei Jahren ist der Führerschein für drei Monate weg.
Quelle: ÖAMTC
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