Scheibenfrostschutzmittel im Test

Scheibenwaschanlage regelmäßig kontrollieren und reinigen

27.12.2007

Schlechte Sicht ist die Hauptursache für Unfälle im Winter. Für eine glasklare Aussicht sorgt in der Regel die Scheibenwaschanlage - vorausgesetzt, sie trotzt Väterchen Frost.

Das Verbrauchermagazin Konsument hat gemeinsam mit dem Umweltministerium und dem Umweltbundesamt 17 Scheibenfrostschutzmittel unter die Lupe genommen. Am Prüfstand: die Einhaltung des angegebenen Gefrierpunktes, der Gehalt an Methanol und chlorierten Kohlenwasserstoffen sowie der Geruch der Produkte.

Bildquelle: zurich-connect.at

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"Fast jedes vierte Scheibenfrostschutzmittel enthält Methanol. Die höchste Dosis der giftigen Substanz fanden wir in einem Produkt, das vom Hersteller selbst als methanolfrei beworben wird. Und auch beim angegebenen Gefrierpunkt wird gemogelt: Fünf Frostschutzmittel weichen zum Teil erheblich von den Verpackungsangaben ab", fasst Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation, das Ergebnis zusammen.

Fertigmischungen und Konzentrate

Für den Test wurden 17 Scheibenfrostschutzmittel - sowohl in gebrauchsfertigen Verdünnungen als auch in Konzentraten - in Bau- und Supermärkten sowie im Autozubehörhandel eingekauft. Untersucht wurden die Produkte hinsichtlich ihres Anteils an Methanol und chlorierten Kohlenwasserstoffen sowie auf die Einhaltung des Gefrierpunktes. Zudem beurteilten 15 Personen den Geruch der Produkte. Nicht untersucht  wurden die Reinigungswirkung sowie die Materialverträglichkeit.

Giftige Substanzen

Scheibenfrostschutzmittel enthalten in der Regel Ethanol in Form von Weingeist oder Spiritus, um den Gefrierpunkt zu senken. Die heimische Industrie ist sich einig, dass Methanol sowie chlorierte Kohlenwasserstoffe nichts in diesen Mitteln verloren haben.

Umso überraschender das Ergebnis: Vier der untersuchten Produkte weisen einen Methanolgehalt von über 50 Milligramm pro Liter auf. Zu den Abtrünnigen zählen neben " Velind" auch die von " Forstinger" vertriebenen Produkte " 5plus", " Greentree" sowie " berachemie". Letzeres ist negativer Spitzenreiter: Mit 5400 Milligramm pro Liter enthält das Produkt hundert Mal mehr Methanol als die meisten der untersuchten Mittel - obwohl der Hersteller auf der Verpackung mit dem Spruch "Methanol frei" wirbt.

Bildquelle: Hotel AVIVA

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Die Marke " 5plus" enthält darüber hinaus auch noch 6,8 Milligramm/Liter des chlorierten Kohlenwasserstoffs Dichlormethan. Dieses steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Mangelhaftes Frostschutz-Verhalten

Fünf Produkte weichen zum Teil deutlich von den Angaben auf der Verpackung ab: Bei "austroil", "Alpin", "berachemie", "Castrol" und "Greentree" bildeten sich bereits Eiskristalle, noch bevor sie den versprochenen Gefrierpunkt erreicht hatten.

Bei Konzentraten ist auf das angegebene Verdünnungsverhältnis zu achten: "Viele der Mittel sind nicht linear verdünnbar. Wenn man eine Substanz, die Frostschutz bis minus 70 Grad garantiert, 1:1 verdünnt, ergibt das nicht unbedingt einen Frostschutz von minus 35 Grad, sondern zum Beispiel nur von minus 25 Grad", weiß Brunnhofer.

Konzentrate selten billiger

Ein unerwartetes Ergebnis gibt es auch beim Preis: Konzentrate sind selten billiger. Im Test war überhaupt nur ein unverdünntes Produkt günstiger als fertiggemischte Ware. Floss rät: "Bei Konzentraten auf jeden Fall den Literpreis für den erwünschten Gefrierpunkt ausrechnen".

Kein angenehmer Duft

Trotz Beisetzung verschiedener Duftstoffe wurde kein Produkt in puncto Geruch als angenehm beurteilt - die große Mehrheit schneidet hier nur "durchschnittlich" ab. Bei vier Mitteln wurde aufgrund der Methanolkonzentration kein Geruchstest durchgeführt. "Wer auf die auf der Verpackung gekennzeichneten Duftstoffe allergisch reagiert, sollte den direkten Kontakt mit der Flüssigkeit vermeiden", empfiehlt Brunnhofer.

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Quelle: VKI