Die vielerorts starken Regenfälle führen immer wieder zu gefährlichen Situationen auf Österreichs Straßen. "Aquaplaning ist das Schreckgespenst der Autofahrer", weiß ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte Franz Fabian. "80 km/h können auch auf der Autobahn schon zu schnell sein, wenn eine akute Aquaplaning-Situation herrscht. Die Fahrbahn wird dann rutschig wie eine Eisfläche." Aquaplaning wird zwar durch Wasser ausgelöst, Unfälle sind aber auf Lenkfehler der Fahrer zurückzuführen.
Auf nasser Fahrbahn gab es im Jahr 2005 auf Österreichs Freilandstraßen insgesamt 1.506 Pkw-Alleinunfälle oder Unfälle im Begegnungsverkehr. 2.301 Menschen sind dabei verunglückt, 79 davon tödlich. Viele dieser Pkw-Unfälle sind auch in Folge von Aquaplaning passiert. Was auffällig ist: Im Juli 2005 gab es 188 Unfälle auf nasser Fahrbahn, im August 191 - das sind mit Abstand mehr Unfälle als in den übrigen Monaten.
Rein technisch gesehen ist Aquaplaning der teilweise oder gesamte Kontaktverlust zwischen Reifen und Straße. Die häufigste Form ist das Spurrillen-Aquaplaning. Fährt man zu schnell, können die Vorderreifen das Wasser nicht schnell genug aufnehmen und wieder ableiten. "Es bildet sich ein richtiger Wasserkeil zwischen Reifen und Fahrbahn", weiß der ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte. Besondere Gefahr droht beim Spurwechsel oder Überholen, wenn man mit einer Fahrzeugseite in die Rille gerät, einen Bremsschlag abbekommt und das Auto verzieht. "Dann wird zumeist falsch reagiert, indem der Lenker im Schreck falsch oder hektisch lenkt und bremst", sagt Fabian.
Aquaplaning hängt von drei maßgeblichen Faktoren ab: Wasserhöhe auf der Fahrbahn, gewählte Geschwindigkeit und Reifen-Profiltiefe. Auf letzteren Punkt kann man vorbeugend schauen: Im Idealfall haben die Pneus nicht weniger als vier Millimeter, keinesfalls aber unter drei Millimeter Profil. Ansonsten zählt nur die richtige Reaktion im Anlassfall selbst.
Ein Tipp: Ein Fahrsicherheitsvideo mit anschaulichen Demos zum Thema Aquaplaning gibt es auf der ÖAMTC-Homepage unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit.
Dass bei vielen Lenkern allein das Wort "Aquaplaning" schon die Stresswerte steigen lässt, macht das richtige Handling der Situation nicht leichter. "Umso wichtiger ist es, das Verhalten im Ernstfall zu üben, um sich selbst die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen", betont ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte Fabian. "Bei unseren Fahrsicherheitstrainings ist Aquaplaning ein großes Thema."
Fakt ist: Aquaplaning ist tückisch, da helfen auch Allradantrieb, ABS und ESP nur bedingt. Richtiges Handling in Gefahrensituationen kann man bei einem Fahrsicherheitstraining üben. Das Ziel im Training: Die Situation und die Reaktion des Fahrzeuges gefahrlos kennen lernen, das richtige Verhalten trainieren, um im Ernstfall möglichst automatisiert und richtig reagieren zu können.
Quelle: ÖAMTC
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