Vor den Wahlen versprechen Politiker vieles und vergessen danach manches gerne wieder. Das mussten auch Österreichs Kraftfahrer nach den Nationalratswahlen 2006 feststellen. So hatten beispielsweise SPÖ und ÖVP im Wahlkampf verlautbart, dass an eine Erhöhung der Mineralölsteuer nicht gedacht sei. Versprechen gebrochen: Im Juli 2007 wurde die Mineralölsteuer für Diesel um 5 Cent und für Benzin um drei Cent angehoben.
4,5 Millionen Autofahrer werden sich am 28. September höchstwahrscheinlich etwas genauer als bisher die Frage stellen, wohin sie ihr Kreuzerl auf dem Stimmzettel setzen. Die ÖAMTC-Clubzeitschrift auto touring hat - als Entscheidungshilfe in der Wahlzelle - bei allen Parlamentsparteien nachgefragt, wie sie sich zu Themen positionieren, die Autofahrer derzeit besonders beschäftigen.
ÖAMTC-Generalsekretär Hans Peter Halouska wertet die Ansagen der Parteien als " ermutigende Signale" für Österreichs Autofahrer. Der ÖAMTC hält aber weiterhin daran fest, dass die Mineralölsteuer gesenkt werden muss, wenn die Spritpreise in einem Ausmaß steigen, das die individuelle Mobilität gefährdet. "Wir werden uns jedenfalls sehr gut merken, was SPÖ und ÖVP versprochen haben. Beispielsweise, dass die Autofahrer in den nächsten Jahren nicht mit einer kilometerabhängigen Pkw-Maut rechnen müssen", sagt Halouska. Der Club hat seine ausführlichen Forderungen an die kommende Bundesregierung schon festgeschrieben. "Wir werden die Politiker an ihren Taten messen und auf die Einhaltung von Versprechen aus dem Wahlkampf pochen", sagt der ÖAMTC-Generalsekretär abschließend.
" Spritpreisdämpfende Maßnahmen auf EU-Ebene." Die neue Regierung hat für eine nachhaltige Senkung des Spritpreis-Niveaus entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehören Initiativen auf EU-Ebene zur Eindämmung der Spekulation und Erhöhung der Markttransparenz - etwa mittels kritischer Analyse der wöchentlichen europäischen Preisvergleiche und Festlegung einer einheitlichen Preisberechnungsmethode in allen EU-Mitgliedsländern.
" Förderung des heimischen Wettbewerbs bei den Kraftstoffpreisen." Die Mineralölindustrie benötigt klare Rahmenbedingungen. Der ÖAMTC fordert ein Verbot von Preisänderungen an der Tankstelle öfter als einmal pro Tag, eine einheitliche Reihenfolge der Preisangaben für Standardprodukte sowie eine leicht lesbare Schriftgröße. Die Weitergabe von Preisreduktionen auf den internationalen Rohölmärkten an die Konsumenten muss ohne Zeitverzögerung erfolgen.
" Rückerstattung ungerechtfertigter Mehreinnahmen der Mineralölwirtschaft."
" Neue Mobilitätspauschale zur Entlastung der Pendler." Die Fahrtkosten zur Arbeit sind in den vergangenen 20 Jahren um rund 80 Prozent gestiegen. Eine neue Mobilitätspauschale soll Pendlerpauschale und Verkehrsabsetzbetrag vereinen, modernisieren und treffsicherer gestalten. Damit auch jene Menschen künftig etwas davon haben, deren Kosten für den Weg zum Arbeitsplatz bisher nicht abgegolten wurden und Vielfahrer stärker entlastet werden.
" Erhöhung des Kilometergeldes auf 48 Cent und Bindung der Erhöhungen des Kilometergeldes an den Pkw-Index."
" Ausdrückliche Absage an kilometerabhängige Pkw-Maut und City-Maut."
" Förderung von alternativen Kraftstoffen und Antrieben." Zur raschen Marktdurchdringung alternativer Kraftstoffe benötigen die Kraftfahrer Garantien für die Aufrechterhaltung der bestehenden Steuerbegünstigung zumindest bis 2018.
" Zweckgerechte Verwendung der Kraftfahrermilliarden." Rund zwölf Milliarden Euro bezahlt der Kraftfahrzeugverkehr in Österreich in Form von Steuern und Mauten an die öffentliche Hand. Zweckwidmungen sollen sicherstellen, dass ausreichend Mittel der Straße zugute kommen.
Neben den Maßnahmen gegen die Teuerung und zur Entlastung der Kraftfahrer fordert der ÖAMTC auch
Quelle: ÖAMTC
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