"Der konstruktive Umgang mit Ärger ist für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr entscheidend", weiß ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. Eine neue Umfrage von ÖAMTC und der Ö3 Verkehrsredaktion zeigt detailliert, wie österreichische Autofahrer mit aggressiv erlebtem Verhalten und aufkommendem Ärger umgehen. Bewusst und auch unbewusst werden eine Reihe von Ärger-Bewältigungsstrategien eingesetzt, um sich zu entspannen. Die beliebtesten Mittel: Musik hören, Zeitdruck beim Autofahren vermeiden, sich mit dem Beifahrer unterhalten. Generell verfügen Frauen über ein größeres Repertoire als Männer.
Musik hören spielt für 59 Prozent der befragten Autofahrer eine Rolle. "Da Ärger mit einer erhöhten Aktivierung einhergeht, ist Musik ein gutes Mittel den erhöhten Aktivierungsgrad wieder auszubalancieren", weiß Donosa. "Wichtig ist aber, Musik auszuwählen, die einem gefällt und in dem Moment auch zur Entspannung beiträgt. Von extrem lauter und rhythmischer Musik kann man hier nur abraten."
39 Prozent der Befragten versuchen, Zeitdruck zu vermeiden. Donosa: "Das ist mit Sicherheit eine der effizientesten Methoden, gelassen und sicher unterwegs zu sein." Die Ergebnisse der Umfrage haben gezeigt, dass Zeitdruck und Stress der fruchtbarste Nährboden für Ärger und Konflikte im Straßenverkehr sind. Umso wichtiger ist daher das richtige Zeitmanagement im Straßenverkehr: Nicht nur die Ankunftszeit, sondern auch die Abfahrtszeit festlegen, rechtzeitig wegfahren und Zeitpuffer einplanen. Zeit kann, außer durch eine riskante Fahrweise, nicht aufgeholt werden. Daher lieber zu spät als gar nicht ankommen.
Was sonst noch hilft:
Was weniger hilft:
Wie man die Emotionsbremse zieht
Es ist wichtig, seinen - auch berechtigten - Ärger zu erkennen und wahrzunehmen, und geeignete Strategien zu entwickeln, ihn zu verarbeiten ohne sich oder andere zu gefährden. Gerade im Straßenverkehr können aufgrund der eingeschränkten Informationskanäle und Kommunikationsmöglichkeiten leichter Ärger und Aggressionen entstehen. "Daher rechtzeitig die Emotionsbremse ziehen, wenn man bemerkt, dass der Ärger in einem selbst aufsteigt, weil sich andere aggressiv verhalten", appelliert Donosa.
Die ÖAMTC-Verkehrspsychologin warnt vor einem "emotionalen Tunnelblick": Schreien, Schimpfen und Toben kann dazu führen, dass sich der Ärger nur noch mehr aufschaukelt. Das zieht Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen ab. Die eigene Fahrweise kann riskanter und unberechenbarer werden. " Machtkämpfe, Racheakte und Vergeltungsschläge haben auf der Straße nichts verloren", appelliert Donosa.
Nähere Informationen zu den Ergebnissen der Umfrage "Emotionen im Straßenverkehr" finden Sie auf der Webseite des ÖAMTC ...
Quelle: ÖAMTC
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