16.03.2010

Gurtpflicht auf den Rücksitzen wird oft ignoriert

Großes Risiko für Fahrer und Mitfahrer

Die Gurtanlegequoten haben sich in den letzten Jahren signifikant erhöht - das ist die erfreuliche Erkenntnis der aktuellen Gurt- und Kindersitzerhebungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Jährlich erhebt das KfV in Wien wie viel Prozent der Lenker, Beifahrer und Mitfahrer auf den Rücksitzen angegurtet sind. 2009 wurden in Wien rund 2.600 Kfz-Insassen beobachtet. Das Ergebnis: Neun von zehn Lenkern (87 %) und ebenso viele Beifahrer legten einen Sicherheitsgurt an. Im langjährigen Vergleich sind die Gurtanlegequoten österreichweit stets gestiegen. 1993, als die Erhebungen begannen, waren noch weniger als 60 Prozent aller Lenker angegurtet.

Unter den Mitfahrern auf den Rücksitzen ist das Gefahrenbewusstsein schon deutlich geringer: Weniger als zwei Drittel (61 %) waren in Wien angeschnallt. Diese Ziffer hat sich in den letzten Jahren kaum verbessert. 2002 lag die Quote bereits bei 62 Prozent, 2008 waren es knapp 66 Prozent. "Nicht angeschnallte Mitfahrer gefährden im Falle eines Unfalls nicht nur sich selbst, sondern auch die Passagiere in der Vorderreihe, wenn sie bei einem Unfall oder einer ruckartigen Bremsung nach vorne geschleudert werden. Die Gurtpflicht gilt gesetzlich in hinteren Sitzreihen genauso wie vorne", erklärt Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter der Landesstelle Wien im Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Gurtverweigerer setzen sich einem hohen Risiko aus. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (2004 bis 2008) wurden jährlich in Österreich rund 130 PKW-Lenker ohne Gurt getötet und etwa 1.500 verletzt. Während in diesem Zeitraum knapp ein Prozent aller verunglückten angegurteten PKW-Lenker an den Unfallfolgen starben, waren es bei den nicht angegurteten acht Prozent. Rund 21 Prozent aller nichtangegurteten PKW-Lenker haben sich schwer verletzt, unter den angegurteten waren es nur sieben Prozent. "Diese Zahlen beweisen deutlich, wie sehr der Sicherheitsgurt alle Unfallbeteiligten schützt. Viele der tödlich verunglückten Lenker und Beifahrer wären heute noch am Leben, hätten sie sich angeschnallt", sagt Robatsch.

Bildquelle: zurich-connect.at

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Quelle: KfV

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