Rund ein Drittel der deutschen Autofahrer ignoriert das Handyverbot am Steuer. Besonders Fahrer zwischen 18 und 30 Jahren halten sich nicht an die Regelung. Das ergab eine aktuelle Umfrage der deutschen AXA Versicherung. Demnach telefonieren 53 Prozent der jungen Männer und 42 Prozent der Frauen dieser Altersklasse ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt. In Österreich dürften die Zahlen ähnlich sein.
Damit ist das Telefonieren am Steuer der größte Risikofaktor noch vor Fahren ohne Sicherheitsgurt und Fahren unter leichtem Alkoholeinfluss. Nach Angaben von AXA haben wissenschaftliche Versuche gezeigt, dass Personen, die während der Fahrt telefonieren, sogar deutlich langsamer reagieren und Situationen noch schlechter einschätzen als alkoholisierte Fahrer mit 0,8 Promille.
Ab 1. April dieses Jahres steigt das Bußgeld für "rechtswidriges Telefonieren" in Deutschland von 30 auf 40 Euro an. Dazu ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer: "Telefonieren ohne Freisprechanlage wird in Deutschland nicht mehr als ein Fahrlässigkeitsdelikt gesehen sondern als Vorsatztat. Damit ist auch verbunden, dass der Autolenker mit einem Punkt in der Verkehrssünderkartei rechnen muss".
Was viele nicht wissen: In der deutschen Verkehrssünderkartei können auch Österreicher mit Strafpunkten belegt werden. Ab einem Kontostand von 18 Punkten wird der Lenker mit einem Fahrverbot für Deutschland bestraft. Abgesehen davon, sollten österreichische Verkehrssünder beachten, dass es ein Vollstreckungsabkommen mit Deutschland gibt und man sich vor einer Geldstrafe nicht drücken kann. "Bei Verkehrsdelikten von Österreichern in Deutschland wird ab einer Strafhöhe von 25 Euro die Heimatbehörde tätig und treibt die Geldbuße ein", teilt Hoffer mit.
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