Am 30. April wird der generalsanierte Katschbergtunnel auf der Tauernautobahn (A10) eröffnet. "Damit verfügt Österreich über vier 'Top-Tunnel', die nach der Europäischen Tunnelrichtlinie gestaltet sind", sagt ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke. Er zählt auch den Lainbergtunnel auf der Pyhrn Autobahn (A9) sowie den Ganzsteintunnel und den Tanzenbergtunnel auf der Semmering Schnellstraße (S6) zu europäischen Vorzeigetunnels. Die Tunnelröhren werden seit einigen Jahren in ganz Europa regelmäßig auf Herz und Nieren geprüft. Immer mit dabei: die Tester des ÖAMTC. Während es in Ländern wie Italien nach wie vor vieles zu beanstanden gibt, stimmt der Weg in Österreich und Ländern wie der Schweiz, Deutschland, Spanien und Kroatien. " Österreich hat die EU-Tunnelrichtlinie mustergültig umgesetzt. Ein top-sicheres Tunnelnetz wird es hierzulande aber erst in rund zehn Jahren geben", so das Fazit des ÖAMTC-Experten. "Noch sind zu viele Baustellen offen."
Die größten Sorgenkinder des ÖAMTC:
Der Wunsch des Club-Experten für die Zukunft: "Maximale Sicherheit würden durchgehende Pannenstreifen bieten. Das gilt für Autobahnen in Tunnels wie im Freiland." Dieses Sicherheitsplus hat der Club auf der Wiener Südumfahrung (S1) bereits durchgesetzt. Auch bei den Tunnels der Wiener Nordwestumfahrung (S1), die noch heuer eröffnet werden, ist das Konzept berücksichtigt.
EU-Tunnelrichtlinie schreibt zweite Röhren ohne Gegenverkehr sowie Katastrophenübungen vor
Die treibende Kraft für mehr Tunnelsicherheit sind die laufenden Tunneltests des ÖAMTC und die daraus entstandene EU-Tunnelrichtlinie. Sie wird vom Club gemeinsam mit dem Tunnelinspektor des BMVIT im Auftrag der EU überwacht. Die Richtlinie schreibt eine zweite Röhren ohne Gegenverkehr vor. "Außerdem sind regelmäßige Katastrophenübungen der Einsatzkräfte vorgesehen", erklärt der ÖAMTC-Experte. Vor Inbetriebnahme der neuen Tunnels müssen hunderte Einsatzkräfte beweisen, dass sie im Ernstfall gerüstet sind. "Trotzdem ist Selbstrettung oberstes Gebot für jeden Einzelnen", bekräftigt Matzke. "Es kann nämlich bis zu 30 Minuten dauern, bis die Helfer am Einsatzort sind."
Besondere Gefahr Tunnelbrand
Unfälle in Tunnels können besonders verhängnisvoll enden, wenn ein Brand ausbricht. " Löschanlagen sind wirkungsvoll zur ersten Brandbekämpfung", weiß der ÖAMTC-Experte aus unzähligen Brandübungen vor Ort. Daher sind auf Betreiben des Clubs in vielen neuen Tunnels Löschanlagen in den Pannenbuchten installiert. "Sie können einfach wie ein Gartenschlauch eingesetzt werden. Glastür öffnen, der Schlauch rollt automatisch ab, dann auf die Löschpistole drücken", erklärt Matzke die Handhabung. Damit lassen sich auch Brände bei Bussen und Lkw zumindest solange in Schach halten, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind. Diese vom ÖAMTC durchgesetzten Löschanlagen sind einmalig in ganz Europa. Die Einsatzzentralen sind über Kameras automatisch beim Geschehen dabei.
Alle Ergebnisse zum ÖAMTC-Tunneltest 2009 sind unter www.oeamtc.at/tunneltest abrufbar.
Quelle: ÖAMTC
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